Sonntag, 26. April 2015

Zum Nachdenken: Kannst Du über Dich selbst lachen?

“Ein Grund dafür, dass Menschen schlecht über sich selbst lachen können, ist, dass sie sich schämen. Wir leben in einer Welt, in der wir angeblich alle perfekt sein müssen, um etwas zu erreichen, ja, um überhaupt halbwegs gut leben zu können. Wer nicht supergut aussieht, reich ist, Erfolg hat, wird nicht respektiert. Man lacht über ihn und er hat auch noch selbst Schuld daran. Das fürchten die meisten Menschen. […]

Das Perfektionismusgebot ist menschenverachtender Blödsinn. Es grenz fast alle aus und zwingt viele von uns in die totale Überforderung. Hören Sie einfach auf, dieses Märchen zu glauben. Und fragen Sie sich, wer etwas davon hat, dass Sie sich für defizitär halten. Es gibt die unterschiedlichsten Wirtschaftszweige, die sehr gut davon leben, dass wir uns in unserer Seele und unserer Haut nicht wohlfühlen.“

- Jumi Vogler: Erfolg lacht! Humor als Erfolgsstrategie, Offenbach 2012, S.30.

Dienstag, 21. April 2015

Mentoring - ein immer noch vernachlässigtes Thema in kirchlichen Kreisen

Letzten Samstag (18.4. 2015) fand zum zweiten Mal der Mentoring-Kongress des “Christlichen Mentoring Netzwerkes“ (cMn) und der “MBS-Akademie“ in Marburg statt. Einen sehr guten Bericht hat Toby Faix bereits verfasst, sodass ich mir Details über den Ablauf an dieser Stelle erspare, zumal die beiden Hauptvorträge hier nachzuhören sind - sehr empfehlenswert!

Mir geht es an dieser Stelle vielmehr erstens darum, für das Thema zu sensibilisieren. Denn auch wenn ich begeistert war über die gut 100 Teilnehmer: Ich hatte mit mindestens der dreifachen Teilnehmerzahl gerechnet und bin davon überzeugt, dass diese Diskrepanz nicht ihren Grund darin hat, dass wir in unseren Kirchen und Werken schon alles darüber wüssten oder es gar konsequent praktizierten - im Gegenteil. Exemplarisch dafür ist auch Monika Bylitzas Feststellung in ihrem Vortrag, dass es die Businesswelt war, in der sie Mentoring kennengelernt habe.

Trotz dieser Diskrepanz war ich erstens umso inspirierter von einer Gruppendiskussion über Leiterförderung durch Mentoring, die von Stefan Pahl verantwortet wurde, dem Leiter von mc2 (Marburger Kreis/Crossover). Denn endlich mal berichtete hier jemand von konkreten Ergebnissen im Umgang mit multiplikativem Denken (in unseren Landen), wie es sich in ähnlicher Weise bei Dave und Jon Fergusons “Exponential“ finden lässt.

Zweitens bestätigte mich diese Gruppendiskussion wieder einmal darin, dass unser IGW-Studium mit der bewusst integrierten theologischen Leiterschaftsausbildung voll auf dem richtigen Kurs liegt, auch wenn ich mir natürlich bewusst bin, dass selbst da noch Optimierung möglich ist.

Nichtsdestotrotz - oder gerade umso mehr - halte ich deshalb am Mentoring fest und hoffe, dass sich dieses Prinzip in unterschiedlichster Ausprägung durch Multiplikatoren wie das cMn, die MBS-Akademie, mc2 und natürlich IGW in den nächsten Jahr weiter in die Kirchen des Landes hineinmanövrieren wird, um den Jüngerschaftsprozess auf jeder Ebene mächtig zu voranzubringen. Denn das ist es ja letztlich, was in unserem Christsein den Unterschied macht,  worauf schon prominente Stimmen der Vergangenheit (z.B. Dietrich Bonhoeffer) und der Gegenwart (z.B. Alan Hirsch) hingewiesen haben - und nicht zu allererst ein fancy Kirchengebäude oder sonstige Vorzeige-Tools (auch wenn ich durchaus auf solche Dinge auch stehe und sie nicht grundsätzlich schlecht reden möchte).