Freitag, 18. Februar 2011

N.T. Wright bei den Studientagen "Gesellschaftstransformation" in Marburg

Komme gerade aus Marburg zurück, wo heute der erste von zwei öffentlichen Studientagen des Master-Studiengangs "Gesellschaftstransformation" des dortigen Bibelseminars  stattgefunden hat. Als Hauptredner konnte in diesem Jahr N.T. Wright gewonnen werden, der Neutestamentler der Emerging-Szene.Dies konnte ich mir natürlich nicht nehmen lassen und bin mit zwei anderen dorthin gefahren.

Im ersten Vortrag ging es um das antike Judentum des 1. Jahrhunderts, im zweiten Vortrag rückte dann mehr die Eschatologie Jesu und sein Reich-Gottes-Verständnis in den Vordergrund. Viele seiner Gedanken hatte ich zwar vorher schon gelesen oder via MP3-File gehört. Nichtsdestotrotz war es eine absolute Bereicherung für mich, diesen Mann einmal live zu erleben, zu hören, zu diskutieren mit anderen, usw.

Besonders interessant fand ich Wrights These, daß die Kirche mit all ihren einzelnen Personen, Gruppierungen, usw. den Tempel darin ersetzen soll, der "Ort" zu sein, wo sich Himmel und Erde begegnen, wo also schon Eschatologie konkret wird - nicht vom Gebäude her verstanden, sondern von den Menschen her.

Leider kann ich den morgigen Tag nicht mehr mitnehmen, bei dem es um das konkrete Leben als Christen, Lebenstransformation, die Gemeinde, etc. pp. gehen soll - immerhin Grund genug, daß ich mir dann das entsprechende Buch von Wright bei Gelegenheit zu Gemüte führe und hoffentlich auch einiges davon umsetzen kann. Bin gespannt drauf!

Sonntag, 6. Februar 2011

In memoriam: Dwight A. Pryor


Einer der ganz großen Bibellehrer ist gestern - am Schabbat - von uns gegangen: Dwight A. Pryor. Weil er ebenso mein theologisches Denken wie meinen Weg in der Nachfolge Jesu maßgeblich beeinflußt hat, möchte ich kurz ein paar ehrende Worte loswerden.

Vielen mag Dwight A. Pryor vom Namen her nicht bekannt sein. Ich selbst kam durch das Buch "Jesus unplugged" von Rob Bell zum ersten Mal mit Dwight in Berührung und kann sicher sagen, daß ich ohne ihn nie den Weg zum Studium der Judaistik gefunden hätte, das mich gar mehr inspiriert als mein vorheriges Theologie-Studium. Dwight ist lange Jahre als biblischer Lehrer unterwegs gewesen, der es geschafft hat, mich für den jüdisch-hebräischen Background Jesu und der Bibel zu begeistern und mir Insights zu geben, die ich wohl auf anderem Wege nur sehr schwer hätte erhalten können. Ich bin hineingenommen worden in die Welt der Rabbinen, der Schriftgelehrten und natürlich v.a. in die Welt und Zeit Jesu selbst. Dwight hat es verstanden komplizierte Zusammenhänge aus der jüdisch-hebräischen Kultur verständlich zu machen, an Beispielen zu belegen und gleichzeitig den ein oder anderen Witz an gegebener Stelle einfließen zu lassen; zentrale Themen u.a.: "Heiligkeit Gottes", "Reich Gottes" und "Jesus, der hebräische Messias". Am wichtigsten zu nennen ist wohl dies: Er hat nie einfach nur trockene Theorie vermittelt, sondern in allem den Namen Gottes groß gemacht und mir dadurch während der Teachings die Möglichkeit gegeben, daß ich selbst mit offenen Händen in Ehrfurcht vor Gott habe stehen können.

Dwights Ministry (im Internet unter www.jcstudies.com zu finden) hat im wesentlichen aus Teachings bestanden, die ich als Teil seiner Haverim-Community in Audio-Form (MP3) habe erleben dürfen. Besonders in den letzten Wochen und Monaten habe ich seine Gedanken infiltriert und bin dankbar für diese Bereicherung. Auf seiner Homepage (www.jcstudies.com) lassen sich vornehmlich geschriebene Artikel als auch Audio-Teachings herunterladen bzw. erwerben. Aber auch das ein oder andere Buch läßt sich finden.

Ich persönlich möchte jedem ans Herz legen, sich mit Dwights A. Pryors geistigem und geistlichem Erbe auseinanderzusetzen und dadurch bereichert zu werden, am einfachsten unter www.jcstudies.com.

(Fotoquelle: http://www.jcstudies.com/index.cfm?)