Sonntag, 29. Mai 2016

Zum Nachdenken: Moltmann und die Ghettoisierung der Christenheit

“Kirche erschöpft sich nicht darin, daß Menschen zu ’Kirchgängern’ werden. Sie existiert auch nicht nur im Gottesdienst am Sonntagmorgen. Sie ist in der Weltchristenheit familiär, sozial und politisch präsent, aber nicht als Kirche, sondern als Christenheit, nicht durch den Klerus, sondern durch die fälsch ’Laien’ genannten Christen. Für die gottesdienstlichen und gemeindlichen Versammlungen sind die beauftragten Pfarrerinnen und Pfarrer, Pastorinnen und Pastoren zuständig, in den Fragen der Weltchristenheit aber sind sie die ’Laien’ und die Laien sind die beauftragten Spezialisten. […] 

Statt einer hierarchischen Aufteilung in Klerus und Laien und an Stelle der separatistischen Ghettoisierung der Christenheit in der Kirche sprechen wir von den beiden Lebensbewegungen der Christenheit: ihrer Sammlung zur Gemeinde und ihrer Sendung in ihre Berufe an der Gesellschaft.“

- Jürgen Moltmann, Der Geist des Lebens. Eine ganzheitliche Pneumatologie, Gütersloh 1991, 247.

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