Freitag, 10. Juni 2016

Zum Nachdenken: Moltmann und messianischer Lebensstil

“Messianischen Lebensstil kann man nicht ’machen’. Nicht Übung macht hier den Meister, sondern das Leiden und die Hoffnung. Dieser Stil wird vom Geist geschaffen, wo Menschen persönlich und gemeinsam ihr Leben und ihre Lebensgeschichte in der umgreifenden Geschichte Christi entdecken und an der Geschichte Gottes mit der Welt teilnehmen. Die Wiedergeburt des einzelnen und der Gemeinschaft wird dann zum Zeichen und Fragment der kommenden Wiedergeburt der ganzen Schöpfung. Die Gemeinschaft mit dem Gekreuzigten führt in die Gemeinschaft der messianischen Leiden der Welt. die Gemeinschaft mit dem Auferstandenen führt in den Anbruch der Freiheit der messianischen Zeit. Von der messianischen Geschichte Gottes her beginnt das in Schmerzen wiedergeborene Leben zu leuchten, aber nicht aus eigener Kraft. Seine Fragment und Ansätze werden zu gelebten und erlittenen Wegzeichen der Hoffnung für andere. Wer ernsthaft nach dem ’Sakrament des Geistes’ und seinen Zeichen fragt, wird an diesen Zeichen des gelebten Lebens nicht vorübergehen. In der Lebensgemeinschaft mit dem Messias wird sein Leben selbst zum messianischen Zeichen geprägt werden.“

- Jürgen Moltmann, Kirche in der Kraft des Geistes. Ein Beitrag zur messianischen Ekklesiologie, 2. Aufl. Gütersloh 1989, 314f.

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