Sonntag, 13. Januar 2013

Zum Nachdenken: A.J. Heschel über religiösen Pluralismus

“Ich glaube, dass eine der Errungenschaften dieses Zeitalters die Erkenntnis sein wird, dass in unserem Zeitalter religiöser Pluralismus der Wille Gottes ist, dass die Beziehung zwischen Judentum und Christentum eine von gegenseitiger Ehrerbietung sein wird, dass - ohne Verneinung profuder Verschiedenheiten - Jude und Christ danach suchen werden, sich gegenseitig zu helfen im Verständnis um die jeweils entsprechende Hingabe und vertiefende Wertschätzung dessen, was Gott bedeutet.“

- Abraham Joshua Heschel, The God of Israel and Christian Renewal, in: Moral Grandeur and Spiritual Audacity. Hrsg. v. Susannah Heschel, New York 1997,  S.272 (meine Übersetzung).

Kommentare:

  1. Klingt gut, wenngleich für viele sicherlich provokativ (rel. Pluralismus als Wille Gottes).
    Was denkst du - würde Heschel diese Aussage auch auf den Islam und andere Religionen ausweiten?
    Lg,
    Melanie

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  2. Klar, provokant:-). Deshalb habe ich das Zitat ausgewählt.

    Man findet bei Heschel durchaus auch Aussagen bzgl. des Islam, aber wirklich nur periphär (zumindest soweit mir das bekannt ist). Ihm geht es bei all diesen Aussagen, so würde ich sagen, v.a. darum, dass gesunde Religiosität besser als jede Form von Atheismus ist. Ebenso ist er sich trotz seiner klaren Verwurzelung im Judentum bewusst, dass es hier keinerlei letzte Gewissheit hinsichtlich der Wahrheit einer bestimmten Religion geben kann.

    Trotz der Erwähnung vom Islam hat er aber als Jude zum Christentum eine deutlich engere Verbindung als zu jeder anderen Religion, sodass er sogar zu der Aussage kommen kann, dass das Christentum von Gott benutzt wurde, um die Heiden zu erreichen.

    Ich werde diesem Aspekt aber weiter nachgehen. Sollte ich bei Heschel noch Positionen zu anderen Religionen finden, werde ich das hier posten.

    Liebe Grüße auch

    Philipp

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