Freitag, 7. Januar 2011

Abraham J. Heschels "Man's Quest for God" - Teil VI: The meaning of this hour (145-151)

Um sein Buch abzuschließen, greift Heschel auf einen bereits während der NS-Zeit gehaltenen Vortrag zurück, um auf die Bedeutung des konkreten Moments aufmerksam zu machen. Er beginnt mit der Situationsanalyse, daß die Welt boshaft (147), wir Menschen gegenüber dem Namen Gottes unachtsam gewesen seien, sein Wort profanisiert hätten und nun die Früchte unseres Handelns ernten müßten (148). 

Heschel macht gleichzeitig deutlich, daß er diese Bosheiten - v.a. die Schoa (= Holocaust), nicht als ein Zufallsprodukt ansieht, sondern durch diejenigen angekündigt worden sei, die andere für ihre eigenen Fehler schuldig gemacht hätten (150). Nur in der Bindung der Welt an Gott, indem Er in sämtliche Bereiche hineingelassen werde, könne Korruption, Krieg, etc. überwunden werden (150).

Abschließend spricht Heschel von einem göttlichen Traum, in dem die Königschaft Gottes gefestigt und das Böse aus der Welt gewichen sei (151). Daß er den Zeitpunkt zur Entscheidung für die Königsherrschaft Gottes an den Leser und ins Hier und Jetzt adressiert, verdeutlich erneut seine Verwurzelung im Chassidismus, wo der Zusammenhang zwischen dem Gott-gemäßen Leben und dem Kommen des Messias betont wurde/wird.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen